Es ist auf einmal die ganz eigene Welt, die der Weltenreisende Hans Christoph
Buch durchmißt: Variationen eines »Portrait of the artist as a young man«.
So erfahren wir über sein Schreiben »wie alles anfing«: womöglich mit dem
Besuch bei Peter Weiss in Stockholm, vor über 60 Jahren, mitten im Kalten
Krieg, als er die Songs der Hitparade von Radio Luxemburg hörte und J. F.
Kennedy noch lebte? Oder doch lange davor? Wie stets bei Hans Christoph
Buch werden auch hier die Grenzen zwischen den Gattungen aufgehoben,
und er unterwirft sich nicht dem Zwang, streng zwischen »Realität« und dem
Imaginierten zu scheiden. So bringt er auch in diesem vielleicht persönlichsten
Buch alles zusammen: etwa sein frühes Faible für die Irokesen und Sioux,
die ihn einst – mit Kafkas Worten – ausrufen ließen: »Wunsch, Indianer zu
werden!«. Wie nah Familiengeschichte und Weltgeschichte beieinander liegen,
zeigen Erlebnisse wie in Haiti, das sich aus dem vermeintlichen Paradies
für seinen ausgewanderten Großvater bis heute in eine Gewalthölle verwandelt
hat. Das gehört zu den Erfahrungen des Kriegsreporters – in Monrovia,
Nairobi und an andren Brennpunkten –, der in einem Moment des heilsamen
Erschreckens über sich selbst mit diesem Lebensabschnitt brach. Im einst
slawischen Wendland fand Hans Christoph Buch wieder zu sich – und zu
neuen alten Geschichten: dort, im ruhigen Zonenrandgebiet an der Elbe, wo
die bundesdeutschen Aussteiger und Atomkraftgegner rund um Nicolas Born
auf die Alteingesessenen trafen.
So wird sein Buch zur Entdeckungsreise eines Kosmopoliten, in illustrer oder
sinistrer Gesellschaft: dem russischen Avantgardisten Viktor Šklovskij und
James Cook, Adolf Hitler und Baby Doc, Aby Warburg und Nathaniel Bumppo,
dem Mathematikgenie Georg Friedrich Bernhard Riemann und Wernher
von Braun, Alfred Döblin und Adalbert Stifter, Stanley Kubrick und Herbert
Marcuse.
Und zu einer aufregenden Zeitreise durch ein Jahrhundert.
250 Seiten
noch nicht erschienen